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Letzte Aktualisierung: 28.03.2025

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Wahl, Der völkische Gedanke und die Höhepunkte der neueren deutschen Geschichte.…

Wahl, Der völkische Gedanke und die Höhepunkte der neueren deutschen Geschichte.

Wahl, Adalbert (Professor der Geschichte Universität Tübingen): Der völkische Gedanke und die Höhepunkte der neueren deutschen Geschichte. (1. Aufl.), Langensalze, Hermann Beyer & Sühne (Beyer & Mann) : Herzogl. Sächs. Hofbuchhandler, 1925. 8° (21x14), 30 S., 1 Bl., OKart (Brosch), Papier schwach stockfleckig, fest und sauber, [= Friedrich Mann’s Pädagogisches Magazin; Heft 1028 : zgl. Schriften zur politischen Bildung; 20 : herausgegeben von der Gesellschaft ‚Deutscher Staat‘],


Adalbert Wahl (1871-1957) – Professor in Hamburg, ab 1910 in Tübingen – gehörte zu den konservativ-vaterländisch gesinnten Historikern, die den Rassegedanken als eine historische Kraft betrachteten. So erklärte er 1935 gegenüber seinem Vetter, dem Verleger Wilhelm Oldenbourg, dass er schon immer für eine stärkere Berücksichtigung des Rassegedankens eingetreten sei und urteilte über die Gattin des Historikers Otto Hintze, die Historikerin Hedwig Hintze, sie sei eine ‚widerliche Jüdin‘ (Karl F. Winter in ‚Das NS-Geschichtsbild und die deutsche Geschichtswissenschaft‘)

Noch ehe der erste Band seiner ‚Deutschen Geschichte‘ erschienen war, erhielt Wahl 1925 die Gelegenheit, die ideologischen Grundlagen seiner Geschichtsbetrachtung in der Broschüre ‚Der völkische Gedanke und die Höhepunkte der neueren deutschen Geschichte‘ darzulegen. Das Büchlein erschien im Pädagogischen Magazin des Hermann Beyer & Söhne Verlags im thüringischen Langensalza, das während der 1920er und 1930er Jahre von zahlreichen völkischen Autoren frequentiert wurde und seinerzeit ‚breit gelesen‘ war. Zugleich war Wahls Broschüre Teil der Reihe Schriften zur politischen Bildung, die von der dem ‚Alldeutschen Verband‘ nahe stehenden Gesellschaft ‚Deutscher Staat‘ herausgegeben wurde. Wahl beschreibt in der Broschüre vier ausgewählte Ereignisse der deutschen Geschichte seit dem Ende des Mittelalters, denen er jeweils katalysatorische Wirkung für Entstehung und Verbreitung des ‚völkischen Gedankens‘ zusprach.
Eingangs räumte Wahl zwar ein, dass die deutsche Geschichte im Vergleich zu jener Englands und Frankreichs lange Zeit weniger ‚Höhepunkte‘ aufgewiesen habe. Gleichsam als ‚Ersatz‘ konnte das ‚junge Volk‘ der Deutschen laut Wahl jedoch auf eine außer
ordentlich ereignisreiche jüngere Geschichte zurückblicken, in der sich ‚weit über irgend ein anderes Land hinaus‘ Höhepunkte akkumuliert hätten – ‚leuchtender und glänzender‘ als jene ‚der andern‘. Um diese These zu illustrieren, zog Wahl vier denkbar konventionelle Beispiele heran: Erstens die Reformation, zweitens die Zeit Friedrichs des Großen, drittens die Befreiungskriege und viertens schließlich die Reichsgründung von 1871.
Um erläutern zu können, worin seiner Ansicht nach der ‚völkische‘ Kern dieser vier Untersuchungsgegenstände bestand, bemühte sich Wahl zunächst um eine Definition des Begriffs ‚völkisch‘. Dieser schien ihm ‚schwankend geworden‘ zu sein und der ‚Erläuterung‘ zu bedürfen – eine seinerzeit gängige und nicht unberechtigte Beobachtung, zumal sich nach dem Ende des Ersten Weltkriegs eine Vielzahl unterschiedlichster ‚politischer Kräfte, kulturkritischer Theorien und literarischer Richtungen‘ als ‚programmatisches Schlagwort‘ auf den Begriff beriefen und damit die schon vor 1918 entstandene Begriffsverwirrung zusätzlich steigerten. Wahl wollte den Begriff ‚völkisch‘ weder als bloßes Synonym für ‚national‘ verstanden wissen, noch ausschließlich mit ‚antisemitisch‘ gleichsetzen. Keiner dieser beiden Zugänge werde dem Begriff ganz gerecht. ‚Nationale Bestrebungen‘, so Wahl, liefen stets auf eine ‚Bildung der Nation‘ und ‚die möglichste Ausdehnung von Macht und Ruhm‘ hinaus, ‚völkische Bestrebungen‘ zielten hingegen darauf ab, ‚überall – im Staat und auf allen Gebieten der Kunst – das Eigentümliche des eigenen Volkes zum Siege zu führen‘. Die vier von ihm beschriebenen historischen ‚Höhepunkte‘ zeichneten sich demnach im Kern dadurch aus, die ‚deutsche Art‘ auf jeweils spezifische Weise vertieft zu haben – ohne dabei ‚nach ausländischem, besonders französischem Vorbild‘ vorgegangen zu sein oder sich ‚fremden Geist, etwa dem semitischen‘ unterworfen zu haben. (Thomas Vordermayer: Völkisches Denken in Publikationen ideologisch wahlverwandter Professoren; S. 248 ff).

EUR 40,-- 

Wahl, Der völkische Gedanke und die Höhepunkte der neueren deutschen Geschichte.
Wahl, Der völkische Gedanke und die Höhepunkte der neueren deutschen Geschichte.